Deine Renteninformation im Check – was du später wirklich zur Verfügung hast
- Sonja Uhlmann
- 5. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Wenn du 27 Jahre alt bist und mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast, erhältst du regelmäßig deine Renteninformation. Die meisten von uns werfen einen Blick auf das Kästchen mit drei Zahlen und legen sie dann beiseite. Die allerwenigsten lesen den Text, in dem klar hervorgeht, dass wir alle privat für die Rente vorsorgen sollten. Dabei enthält sie wichtige Hinweise darauf, wie viel Geld dir im Alter tatsächlich zur Verfügung steht – und welche Lücken entstehen können.
Aber keine Sorge, wir schauen uns das einmal gemeinsam an.

Was die Renteninformation zeigt
Die Renteninformation gibt dir unter anderem in besagtem Kästchen Auskunft über:
Die Höhe deiner gesetzlichen Rente bei Erwerbsminderung
Deine aktuellen Rentenansprüche
Eine Prognose über deine zukünftige monatliche Rente
Allerdings zeigt sie nicht:
Wie viel Geld du nach Steuern und Inflation tatsächlich hast
Welche Lücken durch Kinderzeiten, Teilzeit oder Unterbrechungen entstehen
Wie hoch dein individueller Bedarf für einen angenehmen Lebensstandard ist
Das bedeutet: Auf den ersten Blick sieht alles „okay“ aus – tatsächlich kann deine zukünftige Rente deutlich zu niedrig sein.
Warum Frauen besonders betroffen sind
Auch heute verdienen Frauen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer, arbeiten häufiger in Teilzeit und haben oft Phasen unbezahlter Care Arbeit, zum Beispiel in Form von Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen. Dadurch sinkt die Höhe der späteren Rente.
Aktuelle Daten zeigen deutlich, wie groß dieser Unterschied ist: In Deutschland liegen die durchschnittlichen Alterseinkünfte von Frauen über 65 Jahren etwa 24 % unter denen von Männern – das entspricht einer deutlichen Rentenlücke zwischen den Geschlechtern.
Auch auf EU‑Ebene berichten Statistiken, dass die durchschnittliche Rente von Frauen rund 25 % niedriger ist als die von Männern.
Ohne zusätzliche Vorsorge kann das im Alter zu einer erheblichen finanziellen Belastung führen.
Ein realistisches Rechenbeispiel: Was deine Rente in Zukunft wirklich wert ist
Nehmen wir eine 32-jährige Frau als Beispiel. Ihr Brutto auf der Renteninformation liegt bei 2.200 €. Auf den ersten Blick klingt das nach einer soliden Grundlage. Doch wir müssen zwei Dinge berücksichtigen:
Steuern: In der Rente werden Teile der gesetzlichen Rente versteuert. Wir gehen hier von 20 % Steuern aus.
Inflation: Geld verliert über die Jahre an Kaufkraft. Auch bei moderater Inflation schrumpft der Wert der Rente deutlich.
Berechnung der Kaufkraft
Brutto-Rente laut Renteninformation: 2.200 €
Nach Steuern (Annahme 20 % Steuerlast): 1.760 €
Inflationsbereinigung über 35 Jahre (angenommen durchschnittlich 2,4 % pro Jahr):
Mit Hilfe eines Inflationsrechners wie diesem: zinsen-berechnen.de/Inflationsrechner zeigt sich:
Die 1.760 € in 35 Jahren entsprechen heute nur noch rund 767 € Kaufkraft pro Monat.
Was bedeutet das?
Auf dem Papier sieht die Rente gut aus.
Realistisch betrachtet reicht sie nicht aus, um den heutigen Lebensstandard zu sichern.
Wer die Rentenlücke frühzeitig berechnet und einen Plan entwickelt, kann auch im Alter entspannt seinen Lebensstandard halten.
Was du jetzt tun kannst
Zahlen prüfen: Schau dir deine Renteninformation genau an.
Bedarf kalkulieren: Überlege, wie viel du im Alter wirklich zum Leben brauchst.
Lücke berechnen: Nutze zum Beispiel den Rentenlückenrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge
Lücke schließen: Plane deine private Vorsorge mit ETFs und Kapitalanlageimmobilien, um die Rentenlücke zu reduzieren.
Je früher du anfängst, desto leichter lässt sich die Lücke schließen – selbst kleine Beträge wirken langfristig stark.
Fazit
Die Renteninformation zeigt nur einen Teil deiner zukünftigen Finanzsituation. Sie ist ein Signal dafür, dass du aktiv werden solltest. Je eher du deine Rentenansprüche prüfst und eine Strategie entwickelst, desto größer ist die Chance, dass du später den Lebensstandard hast, den du dir wünschst.




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